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Ein junger Mann sitzt auf dem Sofa und hat Brustschmerzen. Handelt es sich nur um eine Panikattacke oder ist es ein Herzinfarkt?

Panikattacke oder Herzinfarkt? So erkennen Sie den Unterschied

Wenn das Herz plötzlich rast, die Brust sich eng anfühlt und die Luft wegbleibt, denken viele sofort an einen Herzinfarkt. Doch oft steckt „nur“ eine Panikattacke dahinter. Die Symptome sind tatsächlich verblüffend ähnlich, aber es gibt dennoch ein paar entscheidende Unterschiede. Die richtige Unterscheidung kann Ihre Angst vor einer ernsthaften Herzerkrankung erheblich reduzieren und helfen, angemessen zu reagieren.

Inhaltsverzeichnis

Gemeinsamkeiten: Warum Panikattacke und Herzinfarkt oft verwechselt werden

Brustschmerzen als Hauptsymptom

Sowohl bei Panikattacken als auch bei Herzinfarkten treten Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust auf. Diese können so intensiv sein, dass Betroffene von Todesangst überwältigt werden. Bei beiden Zuständen aktiviert der Körper sein Stresssystem, was zu ähnlichen körperlichen Reaktionen führt.

Engegefühl in der Brust

Das bedrückende Gefühl, als würde jemand die Brust zusammenpressen, kennen sowohl Panik- als auch Herzinfarktpatienten. Dieses Symptom entsteht durch die Anspannung der Atemmuskulatur und verstärkt oft das Gefühl, keine Luft zu bekommen.

Atemnot als Warnsignal

Die Angst zu ersticken, ist bei beiden Zuständen präsent. Ihr Gehirn interpretiert die veränderte Atmung als Gefahr und verstärkt dadurch die Panik. Bei Herzinfarkten kann die Atemnot durch die verminderte Pumpleistung des Herzens entstehen.

Zittern und Schwächegefühl

Beide Situationen lösen eine massive Stressreaktion aus. Ihr Körper schüttet Adrenalin aus, was zu Zittern, Schwitzen und einem Gefühl der Schwäche führt. Diese vollkommen normale Reaktion Ihres Körpers kann jedoch die Verwirrung zwischen den beiden Zuständen verstärken.

Unterschiede in den Symptomen

Lokalisation des Schmerzes

Bei Panikattacken ist der Brustschmerz oft stechend, wandert im Brustbereich umher oder fühlt sich diffus an. Viele Betroffene beschreiben ihn als oberflächlich oder punktuell.

Herzinfarktschmerzen sind typischerweise drückend oder brennend und strahlen charakteristisch in den linken Arm, den Kiefer, den Nacken oder den Rücken aus. Dieser ausstrahlende Schmerz ist bei Panikattacken sehr ungewöhnlich.

Verlauf: Blitzschnell versus schleichend

Panikattacken entwickeln sich rasend schnell. Innerhalb von wenigen Minuten erreichen sie ihren Höhepunkt und klingen meist nach 20–30 Minuten wieder ab. Es ist, als würde Ihr innerer Feueralarm ohne erkennbaren Grund losgehen.

Herzinfarkte hingegen können sich über Stunden oder sogar Tage langsam aufbauen. Die Schmerzen verstärken sich oft allmählich und bleiben bestehen oder werden sogar schlimmer. Diese unterschiedliche Zeitdynamik ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Auslöser: Emotionen versus körperliche Belastung

Panikattacken entstehen häufig in emotional belastenden Situationen oder sogar gänzlich unerwartet im Ruhezustand. Viele meiner Patienten berichten, dass ihre erste Panikattacke aus heiterem Himmel kam, während sie entspannt auf dem Sofa saßen.

Herzinfarkte treten dagegen oft nach körperlicher Anstrengung auf oder werden durch Stress über längere Zeit begünstigt. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen spielen hier eine entscheidende Rolle.

Andere mögliche Verwechslungen

Schlaganfall-Symptome erkennen

Ein Schlaganfall zeigt sich durch plötzliche Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder hängende Mundwinkel. Diese neurologischen Ausfälle treten bei Panikattacken nicht auf. Die FAST-Regel hilft: Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache), Time (Zeit für den Notruf).

Kreislaufzusammenbrüche unterscheiden

Bei einem Kreislaufkollaps verlieren Sie das Bewusstsein oder werden extrem schwach und blass. Panikattacken führen zwar zur Benommenheit, aber nicht zur Bewusstlosigkeit. Ihr Blutdruck steigt sogar an, anstatt zu fallen.

Vorhofflimmern als Herzrhythmusstörung

Vorhofflimmern verursacht einen unregelmäßigen, oft flatternden Herzschlag. Bei Panikattacken schlägt Ihr Herz zwar schnell, aber meist regelmäßig. Legen Sie Ihre Hand auf die Brust – spüren Sie einen gleichmäßigen, wenn auch schnellen Rhythmus? Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Panikattacke.

Asthma und Lungenembolie abgrenzen

Asthmatiker kennen ihre typischen Symptome mit pfeifender Atmung und Husten. Eine Lungenembolie zeigt sich durch stechende, atemabhängige Brustschmerzen und bläuliche Verfärbung der Lippen. Diese Zeichen fehlen bei reinen Panikattacken.

Eine Frau Mitte 50 sitzt einer etwa gleichalten Ärztin gegenüber. Sie macht sich wegen anhaltender Brustschmerzen Sorgen.

Wann sollte ich ärztliche Hilfe holen?

Sofort den Notarzt rufen, bei:

  • Anhaltenden Brustschmerzen, die länger als 20 Minuten bestehen
  • Ausstrahlenden Schmerzen in Arm, Kiefer oder Rücken
  • Bewusstlosigkeit oder starker Schwäche
  • Bläulicher Verfärbung von Lippen oder Fingern

Zeitnah psychotherapeutische Hilfe suchen bei:

  • Erstmaligem Auftreten von Panikattacken
  • Zunehmendem Vermeidungsverhalten
  • Wiederholten Attacken ohne erkennbare Ursache
  • Anhaltender Angst vor der nächsten Attacke

Wenn Sie nicht sicher sind, im Zweifel lieber einen Experten konsultieren. Das ist keine Schwäche, sondern einfach nur vernünftig und eigenverantwortlich.

Erste Hilfe – wenn Sie sich nicht sicher sind

Sofortmaßnahmen bei unklaren Symptomen

Ruhe bewahren: Setzen oder legen Sie sich hin und versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Panik verstärkt alle Symptome, egal welche Ursache dahintersteckt.

Atmung kontrollieren: Atmen Sie bewusst langsam und tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Zählen Sie dabei: 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen.

Bei Verdacht auf Herzinfarkt: Nehmen Sie eine aufrechte Position ein, lockern Sie enge Kleidung und rufen Sie sofort den Notruf 112. Wenn verfügbar, kauen Sie eine Aspirin-Tablette (insofern keine Allergie bekannt ist).

Hilfe herbeirufen: Zögern Sie nicht, andere zu informieren oder professionelle Hilfe zu holen. Sollte es sich wirklich um einen Herzinfarkt handeln, ist schnelle Hilfe lebenswichtig.

Weitere Hilfe & Selbstbeobachtung

Symptome und Zusammenhänge dokumentieren

Dokumentieren Sie Ihre Symptome: Wann treten sie auf? Was war vorher? Wie lange dauern sie? Diese Aufzeichnungen helfen Ihrem Arzt bei der Diagnose und Ihnen dabei, Muster zu erkennen.

Stressmanagement entwickeln

Chronischer Stress begünstigt sowohl Herz-Kreislauf-Probleme als auch Panikattacken. Entwickeln Sie gesunde Bewältigungsstrategien wie regelmäßige Bewegung oder Entspannungstechniken. Panikattacken lassen sich überdies binnen Sekunden mit der Bernhardt-Methode stoppen, die wir am Institut für moderne Psychotherapie entwickelt und bereits bei über 17.300 Betroffenen erfolgreich eingesetzt haben.

Professionelle Unterstützung

Falls Sie wiederholt unter panikähnlichen Symptomen leiden, suchen Sie kompetente Hilfe. Ob bei einem Psychotherapeuten in Ihrer Nähe oder durch unsere bewährte Online-Therapie per Videokurs – Hauptsache, Sie unternehmen etwas. Denn richtig behandelt lassen sich selbst schwere Panikattacken sowie sämtliche Formen einer Angststörung schnell und auch dauerhaft loswerden.

Selbstfürsorge ernst nehmen

Achten Sie auf ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Ihr Körper ist wie eine Batterie – ist sie leer, reagiert er empfindlicher auf Stress und entwickelt schneller Angstsymptome.

FAQ: Häufige Fragen

Bei Panikattacken erreichen die Symptome innerhalb von 10 Minuten ihren Höhepunkt und klingen nach 20–30 Minuten ab. Der Schmerz ist oft stechend und wandert. Herzinfarktschmerzen entwickeln sich langsamer, sind drückend und strahlen typisch in den linken Arm oder Kiefer aus. Bei Unsicherheit rufen Sie immer den Notarzt.

Quellenverzeichnis

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Klaus Bernhardt leitet das Institut für moderne Psychotherapie in Berlin und ist Autor von drei Spiegelbestsellern zu Angststörungen, Depressionen und Zwangsstörungen. Seine innovativen Behandlungsmethoden haben bereits über 17.300 Angstpatienten geholfen, vollständig von ihren Beschwerden befreit zu werden. Mit seiner Frau Daniela hat er bereits über 360 Therapeuten nach der Bernhardt-Methode ausgebildet, und seine Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Disclaimer / Haftungsausschluss

Dieser Artikel soll Sie umfassend informieren und Ihnen neue Perspektiven eröffnen. Er ergänzt, aber ersetzt nicht die individuelle Diagnose oder Behandlung durch medizinisches Fachpersonal. Bei gesundheitlichen Fragen: Holen Sie sich professionelle Hilfe – und nutzen Sie unsere Tipps als kraftvolle Unterstützung.