Die Soziale Phobie: Das Stiefkind unter den Angststörungen

Frau-Hand erhoben, andere ablehnend, Soziale Phobie

Soziale Phobien gehören zu den meistunterschätzen Angststörungen, dennoch verursachen sie viel Leid. Wie man eine Sozialphobie überwinden kann und warum Sie bei der Therapie von sozialer Angst besser auf Psychopharmaka verzichten, darum geht es in diesem Blogartikel vom Institut für moderne Psychotherapie in Berlin.

Menschen, die an einer Sozialen Phobie leiden, sind nicht “einfach nur schüchtern“. Ins Restaurant gehen, Partys besuchen oder Bekannte zufällig auf der Straße treffen, all das ist für Betroffene eine Qual. Denn die Angst, plötzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder gar sich zu blamieren, ist sehr groß. Sozialphobiker reagieren dann mit Symptomen wie Erröten, Zittern, Schwitzen oder Herzrasen. Und diese körperlichen Symptome verstärken sich um so mehr, je mehr die vermeintliche Sorge besteht, dass andere Menschen diese Anzeichen bemerken könnten und sie dafür negativ beurteilen. So entsteht ein Teufelskreis der Angstgefühle, durch den noch weitere Angstsymptome ausgelöst werden, wie z.B. Sprechhemmungen, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Verkrampfungen oder Schwindelgefühle. Am Ende steht die Angst, die Kontrolle über die Situation zu verlieren und im wahrsten Sinne des Wortes ohnmächtig zu werden.

Allesamt Gefühlszustände, die die Betroffene verständlicherweise vermeiden wollen. Deshalb ziehen sich viele Sozialphobiker so gut wie möglich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Für Außenstehende gelten sie dann als Einzelgänger oder introvertiert. Unter welchem Leidensdruck diese Menschen jedoch stehen, können Außenstehende nicht erahnen. Deshalb entwickeln Betroffene nicht selten ein chronisches Leiden mit niedrigem Selbstwertgefühl und hohem Risiko für Folgeerkrankungen, wie Depressionen oder Suchterkrankungen.

Besonders bedenklich ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass die Zahl von Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, stetig ansteigt. Etwa zwei bis drei Prozent der deutschen Bevölkerung leidet laut Gesundheitsberichtserstattung des Bundes an einer sozialen Angststörung. Das sind immerhin rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland. Aber warum findet die Soziale Phobie in der Öffentlichkeit so wenig Aufmerksamkeit?

Warum so wenig über die soziale Phobie gesprochen wird

Es fängt bei den Betroffenen selbst an. Viele wissen gar nicht, dass sie unter einer sozialen Phobie leiden. Im Gegenteil. Sie denken, dass ihr soziales Rückzugsverhalten mit Persönlichkeitsfaktoren zu tun hat. Dass sie unter extremer Schüchternheit leiden und dass es sich um einen Charakterzug handelt, den man selbst nicht ändern kann. Da die Angststörung als Krankheit chronisch verläuft, dauert es meist Jahre oder Jahrzehnte, bis sich Betroffene eingestehen, dass sie Hilfe brauchen. Und die Angst, von anderen nicht verstanden zu werden, schwingt dabei immer mit. Die meisten Menschen können sich etwas darunter vorstellen, wenn jemand sagt, dass er Flugangst hat oder auch Angst vor Spinnen. Wie aber soll ein Sozialphobiker erklären, dass er Angst vor Menschen hat, wenn doch allgemein behauptet wird, dass der Mensch ein soziales Wesen ist? Aber auch berühmte Persönlichkeiten reihen sich in den Kreis der sozialen Phobiker ein und reden oft erst Jahre später über ihre Angstgefühle. Manche aber auch gar nicht, wie der Südpolforscher Robert Scott. Er vertraute seinem Tagebuch an, dass er weniger Angst habe eine Gletscherspalte zu überqueren als vor einer Zuhörerschaft zu sprechen. Zu festlichen Anlässen soll er außerdem Beruhigungsmittel genommen haben, weil er sogar im Kreis der Familie Schwierigkeiten im sozialen Umgang hatte. Auch die Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand gestand Jahre später ein, dass sie unter einer schweren Sozialphobie litt. Nachdem sie bei einem Konzert im Central Park in New York ein paar Wörter eines Songs vergessen hatte, quält sie die Angst, sich zu blamieren so sehr, dass sie 20 Jahre lang nicht mehr öffentlich auftrat. Und wie bei Barbra Streisand beginnt die Soziale Phobie meistens mit einem einzigen Ereignis. Viele Betroffenen haben ein Schlüsselerlebnis im Kindes- oder Jugendalter, aus dem sich dann schleichend die Soziale Phobie als Panikstörung entwickelt. Aber nicht jeder, der in jungen Jahren mal gehänselt wurde oder sich öffentlich gedemütigt fühlte, entwickelt eine Soziale Phobie.

Über die Ursachen der Erkrankung gibt es verschiedene Erklärungsansätze, genauso wie es unterschiedliche Behandlungsmethoden gibt. Ich möchte Ihnen am Beispiel einer Patientin von mir schildern, wie schwer es Betroffene in diesem Dschungel von Erklärungs- und Behandlungsansätze oft haben. Und ich erkläre Ihnen, wie wir es letztendlich dennoch geschafft haben, dass die junge Frau ihre soziale Phobie vollständig überwinden konnte.

Die Ursachen für die Entstehung einer Sozialen Phobie sind nicht hinreichend geklärt

Man geht davon aus, dass verschiedene Faktoren zur Entwicklung einer sozialphobischen Angststörung führen. Zum einen könnte eine genetische Veranlagung der Grund sein. Sogenannte Risikogene zur Schüchternheit. An der Uni Bonn wird an der Aufklärung der zellbiologischen Ursachen für die soziale Phobie geforscht. Dazu werden genetische Assoziationsanalysen (GWAS) an einer großen Zahl von Betroffenen und gesunden Kontrollpersonen durchgeführt. Ziel der Studie ist es, krankheitsauslösende Risikogene zu finden. Die Forschung steckt aber noch in den Kinderschuhen.  Zum anderen vermutet man, dass die Umwelt den größten Einfluss auf die Entstehung der Angststörung hat. Dabei geht es um den Erziehungsstil der Eltern, um mangelnde Geborgenheit während der Kindheit oder aber traumatische Erlebnisse, die die Angststörung auslösen können. Diskutiert werden auch die Auswirkungen von Social Media als Ursache für eine übersteigerte Selbstwahrnehmung und die Brüchigkeit realer Beziehungen.

Es gibt also offiziell eine Vielzahl möglicher Auslöser, doch häufig stellt sich heraus, dass auch Menschen zu Sozialphobikern werden, bei denen keiner dieser Auslöser vorhanden war. Genauso war es auch bei meiner Patientin. Ihre Eltern lebten weder isoliert, noch waren sie überängstlich veranlagt. Und auch den Erziehungsstil empfand meine Patientin als normal, er war weder autoritär oder angstfördernd geprägt. An ein wirklich traumatisches Erlebnis konnte sie sich auch nicht erinnern und selbst ihr Social Media Konsum beschränkte sich auf wenige Minuten am Tag. Doch was steckte dann hinter ihrer sozialen Angst?

Soziale Angststörung: Eine Gratwanderung zwischen Schüchternheit und Phobie

Als die Patientin vor ca. einem Jahr zu mir in die Praxis kam, litt sie bereits 10 Jahren unter einer Sozialphobie. Alles fing bei ihr im Kindergarten an. Ein Mädchen sagte, sie solle sich nach unten beugen und ihre Hände durch die Beine strecken, dann würde sie etwas Tolles erleben. Meine Patientin, damals 5 Jahre alt, machte es einfach. Hinter ihr stand ein Junge, den sie nicht bemerkt hatte. Er zog blitzschnell an ihren Händen. Sie machte dadurch einen unfreiwilligen Mini-Salto und landete aber sicher auf ihren Beinen. Von einem traumatischen Erlebnis konnte keine Rede sein. Sie hatte sich nicht wehgetan, dafür aber erschrocken. Die anderen Kinder lachten und meine Patienten fühlte sich irgendwie hintergangen. Dieses Gefühl schlich sich in ihre jugendliche Welt ein. Es folgten weitere Episoden während der Schulzeit. Sie wurde an die Tafel gerufen, musste Referate halten oder im Sportunterricht vorturnen. In jeder dieser Situationen fühlte sie sich beobachtet und von anderen als ungeschickt oder uncool abgewertet. Sie litt dann unter den körperlichen Angstsymptomen einer Panikattacke, die im Laufe der Jahre immer schlimmer wurden. Sie entwickelte, ohne es zu merken, eine gestörte Emotionsregulierung. Sie sah sich selbst überkritisch und wollte dennoch vor anderen normal erscheinen. So vermied sie es, in Gegenwart anderer Mitschüler zu sprechen, gemeinsam mit ihnen zu essen, zu trinken oder einfach nur abzuhängen. Mit diesem Vermeidungsverhalten meisterte sie die Schulzeit. Sie kam nie auf die Idee, an einer Angsterkrankung zu leiden, da sie wie die meisten Sozialphobiker keine Probleme hatte, mit einer Person befreundet zu sein. Und sie hatte eine beste Freundin.

Aber als die in eine andere Stadt zog, begann die Angst langsam die Kontrolle über ihr ganzes Leben zu nehmen. Mit Mitte zwanzig hatte sich meine Patientin weitgehend aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen. Sie nahm an keinen Freizeitaktivitäten mehr teil und ihr Studium hatte sie abgebrochen. Als ihr Alltag immer grauer und eingeschränkter wurde und alle schönen Dinge des Lebens für sie unerreichbar schienen, entschied sie sich, Hilfe zu suchen und zum Arzt zu gehen.

Wie eine Soziale Phobie diagnostiziert wird

Wenn Betroffene den Mut aufbringen, zum Arzt zu gehen, wird erstmal eine allgemeine Untersuchung durchgeführt. Wenn keine körperliche Ursachen hinter den Angstsymptomen stecken, wird der Arzt mit dem Betroffenen einen Angstfragebogen durchgehen. Im Fremdbeurteilungsverfahren stellt der Arzt Testfragen an den Patienten. Für Betroffene keine angenehme Aufgabe. Einfacher ist es, sich selbst einzuschätzen und in Ruhe einen Angstfragebogen auszufüllen. Auf einer Punkteskala zwischen Null und Hundert sollen Betroffene die Höhe ihrer Angst einstufen, wenn sie in bestimmte soziale Kontaktsituationen geraten. Das können Fragen sein wie: Wie hoch ist Ihre Angst, sich in einem Café an einen Tisch zu einer fremden Person zu setzten?

Auf der Straße nach dem Weg zu fragen oder zufällig einen Bekannten zu treffen? Die meisten Betroffenen stufen Ihre Angst auf der Skala zwischen 80 und 100 ein. So auch meine Patientin. Abschließend erhielt meine Patientin dann die Diagnose “Soziale Phobie“. Zunächst war sie geschockt, als psychisch krank abgestempelt zu werden. Aber auf der anderen Seite hoffte sie, mit der Diagnose einen Weg aus der Phobie zu finden. Ihr wurden dazu zwei Behandlungsmethoden vorgeschlagen. Eine Psychotherapie oder eine medikamentöse Behandlung.

Psycho- und Konfrontationstherapie – wie hilfreich sind sie bei einer Sozialen Phobie?

Meine Patientin entschied sich für eine kognitive Verhaltenstherapie. In der Therapie wurde ihr gezeigt, dass sie nicht wissen kann, was andere wirklich über sie denken. Der Therapeut schulte sie darin, angstmachende Denkmuster als unrealistisch zu erkennen. Sie arbeitete an ihrer Emotionsregulierung und versuchte negative Gedanken durch realistische und positivere zu ersetzen. Das gelang ihr zwar, aber nur auf der Verstandesebene. Deswegen wurde im zweiten Schritt der Therapie in Rollenspielen geübt, soziale Situationen nachzustellen. So hielt sie eine Rede vor anderen Therapie-Teilnehmern. Aber diese Übung brachte ihr nicht viel. Denn ihr war bewusst, dass sie vor einem Probepublikum einen Vortrag hielt. Als die letzte Phase der Therapie anlief, sollte sie sich außerhalb der Praxis ihren Ängsten stellen und sich in unangenehme Situationen begeben. Das funktionierte auch nicht richtig. Durch die Konzentration auf gewollt angstbesetzte Situationen minderten sich zwar ihr körperlichen Symptome. Aber sobald sie im richtigen Leben plötzlich vor einer psychischen Herausforderung stand, kehrten die Panikattacken zurück. Da meine Patientin unbedingt wieder ihr Studium aufnehmen wollte, entschied sie sich für eine psychodynamische Kurzzeittherapie. Sie dachte, vielleicht könnte Sie den Angststörungen auf den Grund gehen und diese so loswerden.  Aber wie oben beschrieben rechtfertigte keines ihrer Erlebnisse aus der Kindheit die Panikattacken.

Sie konnte auch keine ungelösten Konflikte im Elternhaus finden. Nach allen Therapien verstand sie zwar, dass sie einen überhöhten Anspruch an sich selbst hatte und damit die Reaktionen anderer Menschen falsch einschätzte. Aber dadurch wurden ihre Angstattacken nicht besser. Im Gegenteil. Sie empfand das Gefühl über ihre Ängste zu sprechen als lähmend und belastend. Meine Patientin resignierte. Sie glaubte nicht mehr daran, irgendwann angstfrei zu leben. Damit ist meine Patientin leider kein Einzelfall. Doch warum zeigen Psycho- oder Verhaltenstherapie in vielen Fällen nicht den gewünschten Erfolg?

Das Geheimnis der Neuroplastizität – So lassen sich soziale Angststörungen überwinden

Der Grund dafür, dass die bislang beschriebenen Therapiemethoden häufig nicht den gewünschten Effekt bringen, liegt daran, dass hier die Neuroplastizität des Gehirns oft nicht angemessen berücksichtigt wird. Ich erkläre Ihnen kurz, worum es dabei geht. Unser Gehirn ist unglaublich anpassungsfähig. Genauso wie unsere Muskeln. Wenn Sie nur ihren rechten Oberarm mit Hanteln trainieren, wird sich ihr Bizeps am rechten Arm prächtig entwickeln. Ihr linker Oberarm wird dagegen dünn und verkümmert aussehen. Genauso verhält es sich mit den ungefähr 86 Milliarden Nervenzellen, die in unserem Gehirn mit weiteren 100 Billionen Synapsen verbunden sind. Dieses riesige neuronale Netzwerk feuert ständig Informationen ab. Und wie das Straßennetz einer Stadt werden die neuronalen Datenwege ausgebaut, die am stärksten benützt werden. Wenn Sie sich beispielsweise entscheiden, Italienisch zu lernen, fällt Ihnen das Sprechen am Anfang schwer. Aber nach einem Jahr Sprachtraining können Sie sich wahrscheinlich problemlos mit einem Italiener unterhalten. Ihr Gehirn hat im übertragenen Sinn die neuronale Autobahn nach Rom bestens ausgebaut und alle Baustellen beseitigt.

Dieses Prinzip funktioniert aber nicht nur im positiven, sondern leider auch im negativen Sinn. Wenn sie seit Jahren an einer sozialen Phobie leiden, hat ihr Gehirn das ängstliche Verhalten bereits bestens vernetzt. Letztendlich wird durch das Vermeidungsverhalten die Angst vor der Angst zu einem vollständig automatisiert ablaufenden Programm, das in Ihrem Gehirn stabil ausgebaut ist. Wenn Sie nun in einer Psychotherapie über die Ursachen ihrer Ängste grübeln, bauen Sie durch die Beschäftigung mit den negativen Gedanken ihr neuronale Angstautobahn weiter aus. Deshalb ist auch die kognitive Verhaltenstherapie mit dem Expositionsverfahren ist nicht immer hilfreich. Zwar stumpft das Angstempfinden mit der Zeit etwas ab, wenn Sie sich über einen längeren Zeitraum wieder und wieder mit angstauslösenden Situationen konfrontieren, aber es ist eben nur das: Ein Abstumpfen des empfundenen Leides. Davon, dass die soziale Phobie vollständig überwunden ist oder Betroffene es sogar regelrecht genießen können, im Rampenlicht zu stehen, kann keine Rede sein.

Doch zum Glück gibt es seit einigen Jahren eine Form der Therapie, die gezielt die Neuroplastizität des Gehirns nutzt, um soziale Phobien sowie viele weitere Angststörungen schnell und nachhaltig zu überwinden. Welche das ist erfahren Sie gleich, zuvor sollten wir jedoch noch einen Blick auf einen anderen Therapie-Weg werfen, der leider immer noch viel zu häufig beschritten wird, obwohl zahlreiche Studien belegen, wie gefährlich dieser Weg sein kann. Die Rede ist von Medikamenten gegen Angststörungen.

3 Gründe, warum Sie bei einer sozialen Phobie auf Medikamente verzichten sollten

Kaum Wirkung und viele Nebenwirkungen oder hohe Suchtgefahr!

Sie haben richtig gelesen. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Wahrscheinlich denken Sie jetzt: Kaum Wirkung? Das kann doch nicht sein! Leider muss ich Ihnen sagen, dass dies die Wahrheit ist, zumindest was Antidepressiva betrifft. In der Öffentlichkeit hält sich immer noch die Theorie, dass Depressionen und Angststörungen durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht werden. Dabei dreht sich alles um die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Angeblich Abhilfe schaffen hier Präparate, die von der Pharmaindustrie seit Jahrzehnten erfolgreich beworben werden: sogenannte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Leider wirken diese Pillen nicht besser als Placebos. Denn die als gesichert angesehen Studienlage zu diesem Thema, hält einer objektiven Beurteilung nicht stand. Im Jahr 2018 veröffentlichten Forscher die bisher größte Review-Studie zum Thema Antidepressiva. Daten von 522 Einzelstudien wurden ausgewertet. Das Ergebnis lautete anfangs, dass Antidepressiva deutlich besser wirken als Placebos. Die gleichen Daten wurden allerdings im Mai 2019 durch ein anderes Team von Forschern neu beurteilt, mit dem Ergebnis, dass Antidepressiva nicht besser als ein Placebo wirken. Nachzulesen in einem Artikel von Quarks, mit dem Fazit: Alleine aufgrund der Datenlage aus klinischen Studien scheint man bisher also keine klare Aussage zur Effektivität von Antidepressiva treffen zu können. 

Auch an der Frage des Abhängigkeitsgefahr scheiden sich die Geister. Aber vielleicht sollte man besser den Patienten Glauben schenken, die die Medikamente einnehmen, statt Studienergebnissen zu vertrauen. Denn viele Betroffene berichten von einer Entzugshölle, die sie beim Absetzen von Antidepressiva durchmachen mussten. Dazu ist ein lesenswerter Artikel in der Zeit erschienen. Auch die Nebenwirkungen von Antidepressiva sind nicht zu unterschätzen. Schläfrigkeit, Schwitzen, Übelkeit, Mundtrockenheit und Schlaflosigkeit gehören dabei zu den harmlosen Nebenwirkungen, die aber mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 10% sehr häufig auftreten. Und sexuelle Funktionsstörungen können sogar noch Jahre nach dem Absetzen von Antidepressiva bestehen bleiben. 

Beruhigungsmittel: Das extreme Suchtpotential von Benzodiazepinen

Während sich Experten über das Abhängigkeitspotential von Antidepressiva noch streiten, ist die Sachlage bei starken Beruhigungsmitteln (Benzodiazepinen) vollkommen klar. Diese Medikamente führen bei täglicher Einnahme bereits nach 14 Tagen zu einer körperlichen Abhängigkeit: Gängige Handelsnamen sind z.B.:

  • Diazepam-ratiopharm®
  • Adumbran®
  • Tavor®
  • Oxazepam-ratiopharm®
  • Bromazanil®
  • Alprazolam Hexal®
  • Normoc®
  • Lexotanil®
  • Faustan®

Zwar gelingt es diesen „Happy Pills“, das Angstempfinden oft deutlich zu reduzieren, doch Sie zahlen für diese Wirkung einen hohen Preis. Besteht eine Abhängigkeit, darf die Medikation nämlich AUF KEINEN FALL abrupt abgesetzt werden. Stattdessen muss der Wirkstoff unter ärztlicher Aufsicht ganz langsam ausgeschlichen werden. Ansonsten drohen Entzugssymptome, die unter Umständen sogar lebensgefährlich sein können.

Zusammenfassend kann man deshalb sagen: Die medikamentöse Behandlung einer Sozialen Phobie löst ihre Probleme nicht. Im Gegenteil, Sie müssen dafür unter Umständen einen hohen gesundheitlichen Preis zahlen. Wahrscheinlich ist dies der Moment, wo Sie sich fragen, was hilft denn stattdessen und wie hat meine Patientin es geschafft, ihre soziale Phobie zu überwinden?

Die Bernhardt-Methode: In wenigen Wochen zurück in ein angstfreies Leben

Soviel vorweg: Meiner Patientin geht es inzwischen richtig gut. Sie hat ihr Studium aufgenommen und mir vor kurzem stolz berichtet, dass sie jetzt Mitglied in einem Fitness Studio ist. Sie kann es selbst kaum fassen, dass sie sich darauf freut, zusammen mit anderen in einem Pilates Kurs zu trainieren. Wie sie das gemacht hat? Ganz einfach: Mit Hilfe der Bernhardt-Methode hat sie die Neuroplastizität ihres Gehirns gezielt genutzt, um neuronal abgespeicherte Angstgedanken buchstäblich zu überschreiben. Wie genau das funktioniert erfahren Sie in dem nachfolgenden Video. Es ist die erste von 52 Folgen eines Online-Videokurses, den wir speziell für Menschen mit Angststörungen entwickelt haben. Lassen Sie sich überraschen! Ich bin mir sicher, so hat Ihnen noch niemand erklärt, wie Ihr Gehirn eine soziale Phobie „produziert“ und was man alles konkret tun kann, um diese negative Selbstprogrammierung wieder rückgängig zu machen.

Kostenlos für Sie:
Die ersten 15 Minuten unseres neuen
Online-Videokurses: Endlich angstfrei!
Klaus Bernhardt

Über den Autor

Klaus Bernhardt leitet in Berlin das Institut für moderne Psychotherapie. Er ist Autor der beiden Spiegelbestseller: „Panikattacken und andere Angststörungen loswerden“ sowie „Depression und Burnout loswerden“. Seine Bücher wurden bislang in 18 Sprachen übersetzt und haben bereits unzähligen Menschen dabei geholfen, aus eigener Kraft psychische Probleme zu überwinden. Klaus Bernhardt ist Mitglied der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement (AFNB) und ehrenamtlicher Moderator in der Initiative neues Lernen (INL).